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Lektion 1 von 12 · 6 Min. · +100 XP

Was ist Sextortion und was kann man tun?

Sextortion ist eine Straftat: Jemand droht, intime Bilder eines jungen Menschen zu verbreiten, wenn nicht gezahlt oder mehr geschickt wird. Oft beginnt es mit einem Fake-Profil, schnellem Flirten und dem Wechsel in eine andere App. Wenn es passiert: nicht mehr antworten, nicht zahlen, Beweise sichern, einer Vertrauensperson erzählen und melden. Es ist nie deine Schuld.

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Warum das wichtig ist

Kriminelle geben sich als Gleichaltrige aus, bauen schnell Vertrauen auf und erpressen dann mit Bildern. Wenn du das Muster kennst, kannst du es früh stoppen, und wenn es schon passiert ist, weißt du genau, was zu tun ist.

In 6 Minuten kannst du

  • Fake-Profil, schnelles Flirten, App-Wechsel und Zeitdruck sind Warnsignale.
  • Nie zahlen. Nicht mehr antworten, Beweise sichern, erzählen, melden.
  • Es ist nicht deine Schuld und du bekommst keinen Ärger. Hilfe gibt es, auch anonym.

Das übst du

  1. Chat-Check

    Ein neues Profil schreibt dir. Entscheide bei jeder Nachricht: okay oder Warnsignal? Je früher du das Muster erkennst, desto besser.

    lea.sunny_16 · neue Nachrichtenanfrage

    1. Montag, 21:40
    2. hey 👋 du warst in meinen vorschlägen, wir haben 3 gemeinsame kontakte (Okay)
      Neue Anfragen über gemeinsame Kontakte sind normal. Aber gemeinsame Kontakte beweisen nicht, dass ein Profil echt ist.
    3. mein account ist neu, hab den alten gelöscht wegen stress (Warnsignal: Fake-Profil)
      Ein neues Profil mit kaum Posts ist typisch für Fake-Accounts. Die schnelle Erklärung soll Zweifel gar nicht erst aufkommen lassen.
    4. welche musik hörst du so? (Okay)
      Eine ganz normale Kennenlern-Frage.
    5. ok ehrlich, du siehst richtig gut aus 😍 sowas schreib ich sonst nie (Warnsignal: Schnelles Flirten)
      Starke Komplimente nach wenigen Minuten sind ein typischer Trick. Sie sollen dich überrumpeln, bevor du nachdenkst.
    6. Dienstag, 22:15
    7. lass uns in ner anderen app schreiben, da ist es privater 🔒 (Warnsignal: App-Wechsel)
      Der Wechsel in einen privaten Chat soll Meldefunktionen umgehen. Bleib, wo du bist, oder beende den Kontakt.
    8. ich fühl mich dir schon so nah, als würden wir uns ewig kennen (Warnsignal: Schnelle Nähe)
      Echte Nähe braucht Zeit. Wer nach zwei Tagen so redet, will Vertrauen erzwingen.
    9. wie war dein tag? (Okay)
      Für sich genommen harmlos. Aber zusammen mit dem Rest ergibt sich ein Muster.
    10. vertrau mir doch. aber jetzt gleich, sonst bin ich weg 😏 (Warnsignal: Druck & Eile)
      Zeitdruck plus „vertrau mir“: Jetzt ist der Moment, den Chat zu beenden. Nichts schicken, Screenshots machen, jemandem erzählen.
  2. Mythos oder Fakt?

    Täter setzen auf Scham und Panik. Dreh die Karten um und sieh, was wirklich stimmt.

    💸 „Wenn ich zahle, löschen sie es.“
    Fast nie. Wer einmal zahlt, bekommt meistens neue Forderungen. Zahlen beendet die Erpressung nicht.
    😔 „Ich bin selbst schuld, weil ich geantwortet habe.“
    Nein. Dahinter stecken oft organisierte Banden, die gezielt täuschen. Die Schuld liegt allein bei ihnen.
    🚔 „Wenn ich es erzähle, bekomme ich Ärger.“
    Nein. Wer erpresst wird, ist Opfer einer Straftat. Polizei und Beratungsstellen sind da, um dir zu helfen, nicht um dich zu bestrafen.
    🌐 „Es ist eh zu spät, das ist jetzt im Netz.“
    Es gibt Hilfe. Kostenlose Dienste helfen unter 18-Jährigen, solche Bilder entfernen zu lassen, und Plattformen müssen Meldungen bearbeiten.
  3. Die fünf Schritte

    Jemand droht, ein Bild zu verbreiten, wenn nicht gezahlt wird. Bring die fünf Schritte in die richtige Reihenfolge.

    1. Nicht mehr antworten und nicht verhandeln
    2. Nicht zahlen, auch nicht „nur einmal“
    3. Beweise sichern: Screenshots von Chat, Profilname und Forderungen
    4. Einer Vertrauensperson erzählen
    5. Bei der Plattform und der Polizei melden und das Bild entfernen lassen
  4. Was du tun kannst

    Du musst das nicht allein durchstehen. Die Scham gehört dem Täter, nicht dir.

    🛑 Stopp
    Nicht mehr antworten, nicht zahlen. Chat nicht löschen: Erst Screenshots machen, dann blockieren.
    🧹 Entfernen lassen
    Take It Down (NCMEC) hilft unter 18-Jährigen kostenlos, Nacktbilder entfernen zu lassen. Das Bild bleibt dabei auf deinem Gerät.
    🚔 Melden
    Sextortion ist eine Straftat. Du kannst bei der Polizei oder über die Onlinewache deines Bundeslandes Anzeige erstatten. Im Notfall: 110.
    💜 Reden hilft
    Geht es dir gerade richtig schlecht? Sprich jetzt mit jemandem: Nummer gegen Kummer, 116 111, kostenlos und anonym, oder online bei JUUUPORT.

Merk dir

Nie zahlen und nie allein damit bleiben. Die Scham gehört dem Täter.

Die Scham gehört dem Täter. Hilfe gibt es.

Die wichtigsten Fakten

  • Das US-amerikanische National Center for Missing & Exploited Children erhielt 2023 26.718 Meldungen zu finanzieller Sextortion, nach 10.731 im Jahr 2022. · Quelle: NCMEC, Sextortion-Datenveröffentlichung, April 2024
  • Die britische Polizei warnt, dass ein großer Teil der finanziell motivierten Sextortion-Fälle Jungen zwischen 14 und 18 betrifft, meist gezielt angegangen von organisierten Banden im Ausland. · Quelle: National Crime Agency (UK), Warnung an Schulen, April 2024
  • 91 % der britischen Sextortion-Betroffenen in Fällen, die die Internet Watch Foundation 2023 bearbeitete, waren männlich. · Quelle: Internet Watch Foundation, Daten 2023, zitiert von der National Crime Agency, April 2024
  • Der Rat der Polizei ist klar: nicht zahlen, Kontakt abbrechen und blockieren, aber die Nachrichten nicht löschen, denn sie sind Beweise. · Quelle: National Crime Agency (UK), April 2024

Aktualisiert:

Häufige Fragen

Sollte man bei Sextortion zahlen?

Nein. Zahlen beendet die Drohungen selten und führt oft zu neuen Forderungen. Nicht mehr antworten, Beweise sichern, blockieren und melden.

Bekomme ich Ärger, wenn ich ein Bild geschickt habe und jetzt erpresst werde?

Nein. Wer erpresst wird, ist Opfer einer Straftat. Polizei, Beratungsstellen und Vertrauenspersonen sind da, um dir zu helfen und den Täter zu stoppen, nicht um dich zu bestrafen.

Wie beginnt Sextortion meistens?

Oft mit einem freundlichen oder flirtenden neuen Profil, das sich als gleichaltrig ausgibt, schnellen Komplimenten und dem baldigen Wechsel in eine private App. Dann kommt Druck, Bilder zu schicken, und danach folgen Drohungen.

Kann man Nacktbilder von Jugendlichen aus dem Internet entfernen lassen?

Ja, oft. Der kostenlose Dienst Take It Down (NCMEC) hilft Plattformen, Bilder von unter 18-Jährigen zu finden und zu entfernen. Zusätzlich können Sie Inhalte bei jugendschutz.net melden und Anzeige bei der Polizei erstatten.

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