Woran erkenne ich, ob eine Online-Challenge gefährlich ist?
Eine Online-Challenge ist gefährlich, wenn jemand körperlich oder seelisch verletzt werden könnte, wenn du sie offline ohne Kamera nicht machen würdest oder wenn du das Gefühl hast, nicht Nein sagen zu können. Manche Trends sind harmloser Spaß, andere führen zu Verletzungen oder stellen Menschen bloß. Gefährliche Challenges nicht teilen, sondern in der App melden und einem Erwachsenen erzählen.
▶ Probier es ausWarum das wichtig ist
Alle machen gerade bei einer Challenge mit. Manche sind lustig, manche riskant oder gemein, und der Druck mitzumachen kann riesig sein. Drei schnelle Fragen helfen dir, selbst zu entscheiden.
In 5 Minuten kannst du
- Drei Fragen: Könnte jemand verletzt werden? Würde ich es offline tun? Kann ich Nein sagen?
- Gefährliche Trends nicht teilen, sondern melden.
- Nein sagen ist mutig, auch wenn alle zuschauen.
Das übst du
Der 3-Fragen-Check
Bevor du bei einem Trend mitmachst, stell dir diese drei Fragen.
- 🩹 Könnte jemand verletzt werden?
- Körperlich oder seelisch, du oder jemand anderes. Wenn ja: Lass es.
- 🏫 Würde ich das auch offline machen?
- Würdest du das auf dem Schulhof machen, wo dich alle sehen, ohne Handy und Likes?
- ✋ Kann ich Nein sagen?
- Wenn du dich gezwungen fühlst, ist das schon ein Warnsignal. Du darfst immer aussteigen.
Trend-Check
Diese Trends sind ausgedacht. Wende den 3-Fragen-Check an.
- #TanzMitOma: ein Tanz mit Oma oder Opa → Kann Spaß machen
- #WerHältLängerDurch: etwas tun, bis es wehtut → Lieber nicht
- #PrankDeineLehrerin: eine Lehrerin heimlich filmen und bloßstellen → Lieber nicht
- #MüllsammelChallenge: Vorher-Nachher-Fotos vom Park → Kann Spaß machen
- #MutprobeNachts: nachts allein irgendwo hingehen und filmen → Lieber nicht
- #RoasteDeinenFreund: einen fiesen Spruch über einen Freund posten → Lieber nicht
- #3BücherChallenge: deine drei Lieblingsbücher zeigen → Kann Spaß machen
Wenn alle zuschauen
Was sagst oder tust du?
Deine Freunde filmen schon und rufen: „Los, mach mit! Sonst bist du feige!“
- „Nö, hab keinen Bock drauf.“ (Antwort)
- Mitmachen, damit keiner lacht
- „Ich muss eh los.“ und gehen (Antwort)
Du siehst online eine Challenge, bei der sich Kinder in Gefahr bringen. Was machst du?
- Nicht teilen, melden und einem Erwachsenen erzählen (Antwort)
- Weiterleiten mit „Krass, schaut mal!“
Merk dir
Nein zu einer Mutprobe ist mutiger als Mitmachen.
Nein zu einer Mutprobe braucht mehr Mut als Mitmachen.
Die wichtigsten Fakten
- 2020 warnte die US-Arzneimittelbehörde FDA vor einer Social-Media-Challenge, bei der Jugendliche hohe Dosen eines gängigen Allergiemittels nehmen sollten. Zuvor mussten Jugendliche deswegen in der Notaufnahme behandelt werden. · Quelle: US FDA, Drug Safety Communication, September 2020
- Jedes Like, jeder Kommentar und jedes Teilen sagt dem Algorithmus einer Plattform, dass ein Video interessant ist, und er zeigt es mehr Menschen. Melden statt teilen hilft, einen schädlichen Trend zu bremsen.
- Manche gruseligen „Challenges“ sind Falschmeldungen. Panische Warnungen machen sie oft erst bekannt. Prüf darum bei einer vertrauenswürdigen Quelle, bevor du so etwas weiterleitest.
- Wer jemanden ohne Erlaubnis filmt, um ihn bloßzustellen, und das online stellt, verletzt das Recht am eigenen Bild. Das kann als Cybermobbing zählen, auch wenn es „Prank“ heißt.
Aktualisiert:
Häufige Fragen
Warum machen Kinder bei gefährlichen Challenges mit?
Meist für Aufmerksamkeit, Likes und um dazuzugehören, oft unter Druck von Freunden, die filmen. Wer weiß, dass Nein sagen erlaubt ist, und eine Ausrede parat hat, kann viel leichter aussteigen.
Wie melde ich eine gefährliche Challenge?
Nutz die Melden-Funktion am Post oder Video und wähl die Option für gefährliche Handlungen oder Selbstverletzung. Gefährliche Inhalte kannst du auch bei jugendschutz.net melden. Teil sie nicht, auch nicht als Warnung, und erzähl es einem Erwachsenen.
Sind alle viralen Challenges schlecht?
Nein. Viele Trends sind kreativ und machen Spaß, zum Beispiel Tänze oder Müllsammelaktionen. Der 3-Fragen-Check hilft, die lustigen von den schädlichen zu unterscheiden.
Wie sage ich Nein zu einer Mutprobe, ohne uncool zu wirken?
Bleib kurz und locker, etwa „Nö, hab keinen Bock“, oder nimm eine Ausrede und geh. Die meisten respektieren es, wenn jemand ruhig Nein sagt.
Verwandte Begriffe
