Wie können Kinder im Internet freundlich sein?
Kinder sind im Internet freundlich, wenn sie daran denken, dass hinter jedem Bildschirm ein echter Mensch sitzt. Vor dem Abschicken hilft die Frage: Würde ich das auch ins Gesicht sagen? Ehrlich loben, andere einbeziehen und lieber nichts schreiben als etwas Gemeines. Verletzende Nachrichten können gespeichert und geteilt werden, also: nicht nett, nicht abschicken.
▶ Probier es ausWarum das wichtig ist
Online-Nachrichten können verletzen und lange bleiben. Du übst, gemeine Nachrichten freundlich umzuschreiben, und was du tun kannst, wenn jemand anderes gemein ist.
In 5 Minuten kannst du
- Hinter jeder Nachricht steckt ein echter Mensch.
- Frag dich: Würde ich das auch ins Gesicht sagen?
- Nette Worte machen den Tag von anderen besser.
Das übst du
Abschicken oder nicht?
Stell dir vor, du sagst es der Person ins Gesicht. Würdest du es abschicken?
- Dein Bild ist toll geworden! 🎨 → Abschicken
- Du bist so schlecht im Spiel. 🙄 → Lieber nicht
- Willst du morgen mitspielen? → Abschicken
- Keiner mag dich. → Lieber nicht
- Danke für deine Hilfe! 😊 → Abschicken
- Lacht alle über Finns Foto! 😂 → Lieber nicht
Mach es freundlich
Diese Nachrichten sind gemein. Welche Version ist freundlich?
„Dein Video ist voll langweilig.“
- „Das Ende fand ich lustig! Mach noch eins.“ (Antwort)
- „Gähn. Langweilig. 😴“
„Du hast uns das Spiel verloren!“
- „Wegen dir haben wir verloren.“
- „Schade! Nächstes Mal schaffen wir es zusammen.“ (Antwort)
„Deine Schuhe sind hässlich.“
- Gar nichts schreiben. (Antwort)
- „Deine Schuhe sind komisch, lol.“
Lina schreibt: „Ich bin traurig.“
- „Na und?“
- „Oh nein! Willst du reden?“ (Antwort)
Jemand ist gemein
Im Klassenchat postet jemand einen fiesen Witz über Finn. Was kannst du tun? Wähle alle freundlichen Möglichkeiten.
- Nicht mitlachen, nicht mitmachen 🙅
- Finn eine nette Nachricht schicken 💌
- Einem Erwachsenen erzählen, dem du vertraust 🗣️
- Den fiesen Witz liken 👍
- Ihn an andere weiterleiten 📤
- Etwas Gemeines zurückschreiben 😠
Merk dir
Frag dich vor dem Abschicken: Würde ich das ins Gesicht sagen? Wenn es nicht nett ist, schick es nicht ab.
Wenn es nicht nett ist: nicht abschicken!
Die wichtigsten Fakten
- 19,1 % der 10- bis 15-Jährigen in England und Wales haben im vergangenen Jahr mindestens eine Form von Online-Mobbing erlebt. Mädchen (22,5 %) waren häufiger betroffen als Jungen (16,0 %). · Quelle: ONS, Bullying and online experiences among children in England and Wales, Jahr bis März 2023 (veröffentlicht 2024)
- 46 % der US-Jugendlichen zwischen 13 und 17 haben mindestens eine von sechs Formen von Cybermobbing erlebt. Am häufigsten wurden sie beleidigend beschimpft (32 %). · Quelle: Pew Research Center, Teens and Cyberbullying 2022
- Online-Nachrichten lassen sich screenshotten, weiterleiten und speichern. Eine gemeine Nachricht kann also noch lange wehtun, nachdem sie geschickt wurde.
- Likes, Lach-Emojis und Weiterleitungen bringen einen gemeinen Post zu mehr Leuten. Nicht mitmachen ist schon eine freundliche Entscheidung.
Aktualisiert:
Häufige Fragen
Was ist Cybermobbing?
Cybermobbing heißt, dass jemand Handy, Spiele oder Apps nutzt, um eine andere Person zu verletzen, zu bedrohen, bloßzustellen oder auszuschließen, oft immer wieder. Gemeine Nachrichten, fiese Kommentare und Fotos, über die gelacht werden soll, sind Beispiele.
Warum ist man im Internet leichter gemein?
Online sieht man das Gesicht der anderen Person nicht und merkt nicht, wie traurig sie ist. Und es kann sich anfühlen, als wüsste niemand, wer es war. Deshalb hilft die Frage: Würde ich das ins Gesicht sagen?
Was sollten Kinder tun, wenn jemand online gemein zu ihnen ist?
Nicht wütend zurückschreiben. Die Nachrichten sichern, die Person blockieren und es einem Erwachsenen erzählen, der beim Melden hilft.
Was gehört zur Netiquette für Kinder?
Höflich sein, vor dem Posten nachdenken, vor dem Teilen fremder Fotos fragen, andere einbeziehen und nie etwas schicken, was man nicht auch ins Gesicht sagen würde.
Verwandte Begriffe
